Dienstag, November 29, 2011

798 in Peking als Vorbild für Chinas Industrieerbe-Tourismus

Heute entwickelt sich in ganz China die industrielle Touristik sehr schnell.

Aufgegebenen alten Maschinen, Fabrikgebäude und Bergwerke weerden heute als industrielles Kulturerbe betrachtet. Was Millionen Touristen aus aller Welt anziehen kann, soll zukünftig besser und weiter erschlossen werden. Die Industrie und der Tourismus verbinden sich miteinander und entwickeln sich weiter.

Die Fabrik Nr. 798 wird heute als Vorbild der industriellen Touristik Pekings geschützt und unterstützt. Das heutige Kunstquartier 798 ist jedoch nicht nur wichtig für Peking, es sit zugleich auch ein Vorbild für den industriellen Tourrismus in China.

Das “Kunstquartier 798” befindet sich in Dashanzi im Bezirk Chaoyang im Nordosten von Peking. Es war früher Sitz der die staatseigenen Fabrik Nummer 798. Der Aufbau dieser Elektronikfabrik wurde in den 50er Jahren des 20 Jahrhunderts von der Sowjetunion unterstützt und von der DDR umgesetzt. Es war Zeuge der industriellen Entwicklung des Neuen Chinas.

Mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt Peking und der Umstrukturierung der Industrie verschwand die Bedeutung der Fabrik. In Folge wurde die Fabrik umgesiedelt und es blieben mehrere ungenützte Fabrikanlagen zurück. Seit 2002 wählen viele künstlerische Werkstätten und Organisationen “798” als Standort. Die ungenützten Fabrikanlagen wurden in Kunstgalerien, Kunstzentren, Ateliers, Designunternehmen, Läden für Modeartikel, Restaurants sowie Bars umgewandelt. Innerhalb von zwei Jahren ist die ehemalige Fabrik zum größten Kunstviertel in China geworden und gewinnt internationale Anerkennung.

China hat jedoch nicht nur Industrieerben, sondern auch industrielle Touristik. Das bekannteste Beispiel hierfür ist der Drei-Schluchten-Staudamm. Der Drei-Schluchten-Damm ist ein gigantisches Projekt zur Regulierung des Yangtse-Flusses und zur Erschließung von Wasserkraftressourcen, die nicht nur das größte Wasserbauprojekt Chinas, sondern auch das größte der Welt ist. Bis Ende Juni 2008 hatte das Drei-Schluchten-Bauprojekt insgesamt 4 Millionen in- und ausländische Touristen empfangen. Um den Drei-Schluchten-Staudamm ist ein regelrechtes Tourismusgebiet entstanden, die nicht nur die legendären Yangtse-Kreuzfahrten bieten.

Heute entwickelt sich in ganz China die industrielle Touristik sehr schnell. Im ganzen Land gibt es etwa 300 Versuchsunternehmen für industrielle Touristik. Diese Unternehmen gehören zu verschiedenen Industriezweigen. Zur Zeit stehen in China 20 industrielle touristische Bauprojekte wie “das erste Ölbohrloch am Daqing-Ölfeld”, “die erste Kernwaffenentwicklungsbasis Chinas” oder das “Satellitenstart-Basis in Jiuquan” unter staatlichem Schutz. Alle 20 Bauwerke die heute bereits touristisch erschlossen sind symbolisieren alte und moderne industrielle Einrichtungen. Die chinesische Kultur hat aufgrund der vergangenen 5000 Jahren auch ein Industrieerbe hinterlassen die auf der Liste der 34 Anlagen des Industrieerbes der Welt steht - das Bewässerungssystem in Dujiangyan.

Das Dujiangyan-Bewässerungssystem liegt in der Nähe der Stadt Dujiangyan, die 60 km nordwestlich des Stadtzentrums von Chengdu an der Stelle liegt, wo sich der Min-Fluss aus dem Hügelland in die Ebene von Chengdu ergießt. Es ist ein Stauwehrsystem, das seit 2.300 Jahren den Fluss Min kontrolliert und große Wassermengen zur Bewässerung des Roten Beckens abzweigt. Die Anlagen wurden von 256 vor Christus bis 251 vor Christus erbaut.

Heute entwickelt sich die industrielle Touristik in den chinesischen Provinzen Shandong, Jiangsu, Liaoning, Zhejiang, Guangdong sowie den Städten Peking und Shanghai sehr schnell. In den Städten Peking und Shanghai gibt es zusätzlich eine Verbindung zwischen der industriellen Touristik und der städtischen Touristik.